Orthopädie / Sporttraumatologie

Schultergelenk

ORTHOPÄDIE / SPORTTRAUMATOLOGIE

Irgendwann fing es mit einem nur leichten Ziehen in der Schulter an, aber die Schmerzen wurden immer stärker, immer quälender. Die Schulter wurde zudem immer schlechter beweglich. Die Erkrankung die hierhinter stecken kann heißt Schultersteife oder auch Frozen Shoulder bzw. Capsulitis Adhaesiva. Die Behandlung einer steiften Schulter erfordert vom Betroffenen sehr viel Geduld und Motivation. Dank moderner Diagnostik und gezielter Behandlungsmethoden kann diese quälende Erkrankung heute jedoch effizient therapiert werden.

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Ursache: Schultersteife / Frozen Shoulder / Capsulitis Adhaesiva

Die bei weitem häufigste Ursache ist die schicksalhaft auftretende „primäre Schultersteife“, die sog. primäre Capsulitis adhaesiva. Es kommt hier ohne äußere Ursache zu einer Entzündung der Gelenkkapsel mit nachfolgenden auftretenden Verklebungen und Verwachsungen. Typisch ist, dass der Patient zunächst über Schmerzen klagt, die mit der Zeit zunehmen. Schließlich kommt es zu einer Einschränkung der Bewegungsfreiheit des Schultergelenks.

Als "sekundäre Schultersteife“ bezeichnet man die Erkrankung dann wenn sie als Folge einer anderen Erkrankung oder einer Verletzung der Schulter entsteht. Bewegt ein Patient etwa nach einem Unfall die Schulter längere Zeit nicht, führt dies zu einer Schrumpfung der Gelenkkapsel und der Bänder. Folge ist die Einbuße an Beweglichkeit. Eine dritte jedoch seltene Ursache einer Schultersteife kann die Arthrose des Schultergelenks sein. Knochenwülste die sich im Verlauf des Gelenkverschleißes bilden stoßen bei Bewegung gegeneinander und schränken diese ein.

Symptome: Schultersteife / Frozen Shoulder / Capsulitis Adhaesiva

Die Erkrankung „primäre Schultersteife“ ist eine sehr langwierige Erkrankung während der die Patienten oft unter heftigen Schmerzen und z.T. einer massiven Bewegungseinschränkung leiden. Sie verläuft in drei Phasen über durchschnittlich insgesamt zwischen 18 und 36 Monaten. Anfangs sind vorwiegend Ruhe- und Nachtschmerzen für die primäre Capsulitis adhaesiva charakteristisch. Diese schmerzhafte Entzündungsphase dauert etwa sechs bis acht Monate. Nachfolgend kommt es zu einer zunehmenden Einsteifung des Schultergelenks, wobei insbesondere die Außendrehung der Schulter stark eingeschränkt ist. Im zweiten Stadium der Erkrankung lassen die Ruheschmerzen in aller Regel nach, es verbleiben jedoch deutliche Bewegungsschmerzen und eine schlecht bewegliche Schulter. Im dritten Stadium kann die Krankheit schließlich wieder von selbst verschwinden.

Diagnose: Schultersteife / Frozen Shoulder / Capsulitis Adhaesiva

Wichtige Hinweise auf das Vorliegen einer primären Schultersteife erben sich aus der Krankengeschichte selbst, nämlich immer dann, wenn zunächst Schulterschmerzen ohne erklärliche Ursache auftreten, sich verschlimmern und schließlich eine Bewegungseinschränkung hinzukommt. Die detaillierte Untersuchung und spezielle Tests beim Schulterspezialisten erhärten den Verdacht. Zusätzliche apparative Untersuchungen wie Ultraschall und Röntgen besser noch eine Kernspin Untersuchung (MRT) dienen dazu andere Ursachen bzw. Krankheiten auszuschließen.

Konservative Behandlung: Schultersteife / Frozen Shoulder / Capsulitis Adhaesiva

Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Beschwerden, d. h. letztendlich nach der Beeinträchtigung der Lebensqualität des Patienten durch Schmerzen und die schlechte Beweglichkeit der Schulter. In jedem Fall gilt es die Entzündung der Gelenkkapsel und eine drohende Einsteifung der Schulter möglichst früh zu diagnostizieren.

Ist die Diagnose gestellt, steht zunächst eine länger andauernde entzündungshemmende Therapie im Vordergrund. Sehr wirkungsvoll ist es wenn die Gelenkkapsel mit einer kortisonhaltigen Injektion, die eine Depotwirkung hat, angespritzt wird. Hierdurch gelangt ein entzündungshemmendes Medikament direkt an den Ort wo es wirken kann. Die häufig notwendige gleichzeitige Einnahme von entzündungshemmenden Tabletten (Dicofenac, Ibuprofen, Prednisolon) kann somit auf das notwendige Minimum reduziert werden.

Nachfolgend verabreichte homöopathische Präparate (z.B. Traumeel) können dazu beutragen, dass sich die verbleibende Restentzündung weiter zurückbildet bzw. das Risiko eines neuerlichen Aufflackerns reduziert wird. Zur begleitenden Schmerztherapie können neben Kälte (Eispackung) TENS- oder Akupunktur Behandlungen hilfreich sein.

Bei allen Formen der Schultersteife liegt neben der entzündungshemmenden Behandlung ein weiterer Schwerpunkt auf der krankengymnastischen Behandlung. Der Arzt sollte nach Möglichkeit mit dem Krankengymnasten die Ursache der Einsteifung und das Konzept der Behandlung besprechen. Wichtig ist auch, dass der Patient Übungen zur Mobilisierung der Schulter erlernt die er regelmäßig selbstständig durchführt.

Operative Behandlung: Schultersteife / Frozen Shoulder / Capsulitis Adhaesiva

Kommt es trotz intensiver, konservativer Therapie nicht zu einer durchgreifenden Besserung der Beschwerden und bleibt die Schulter weiterhin in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt, sollte eine Arthroskopie des Schultergelenks erwogen werden. In vielen Fällen ist es möglich, durch eine arthroskopische Operation die Einsteifung zu beheben und den langwierigen Krankheitsverlauf rasch zu beenden.

Bei diesem sehr schonenden, minimal-invasiven Operationsverfahren werden über zwei jeweils ca. 3mm kleine Zugänge eine Minikamera sowie feinste Instrumente in die Schulter eingebracht. Unter Sicht können dann die vorhandenen Verklebungen und Verwachsungen gelöst und, falls erforderlich, die geschrumpfte Gelenkkapsel erweitert werden.

Die Arthroskopie ist ein sehr erfolgreiches und risikoarmes Verfahren zur Behandlung einer Schultersteife. Die früher häufig praktizierte so genannte "Narkosemobilisation", bei der in Vollnarkose die Schulter des Patienten gewaltsam mobil gemacht wurde, sollte heute nicht mehr angewandt werden.

Nachbehandlung: Arthroskopie bei Schultersteife / Frozen Shoulder / Capsulitis Adhaesiva

Nach arthroskopischer Behandlung der Schultersteife ist eine unmittelbar anschließende, sanfte Mobilisation des Schultergelenks von ganz entscheidender Bedeutung. Es sollten wöchentlich mehrfach spezielle krankengymnastische Behandlungen ggf. in Kombination mit Manueller Therapie und Elektrotherapie erfolgen.

Darüberhinaus sollte der Patient einfache Bewegungsübungen erlernen, die er regelmäßig mehrfach täglich selbständig durchführt. Maßnahmen die die Durchblutung der Schulter fördern, wie z.B. Wechselduschen und Eisabreibungen, können den Heilungsprozess ebenfalls unterstützen.

Spezialisten: Schultersteife / Frozen Shoulder / Capsulitis Adhaesiva

Für die optimale Behandlung der Schultersteife sind Schulterspezialist besonders qualifiziert: Dr. Stefan Preis und Dr. Jörg Schroeder, leitende Ärzte der Praxis und Belegabteilung für Orthopädie und Sporttraumatologie der KLINIK am RING in Köln, sind gemeinsam mit ihrem Team auf die Behandlung von Knie- und Schultererkrankungen spezialisiert. 2004 gründeten sie das WESTDEUTSCHE KNIE & SCHULTER ZENTRUM. Jährlich behandelt das 8-köpfige Spezialisten-Team mehr als 10.000 Patienten. Sie führen mehr als 2500 Operationen, davon ca. 1000 arthroskopische Operation der Schulter durch.

 

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